Zementstaub über Bettmar (mit Foto Galerie)

Um 14:30 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Bettmar mit dem Stichwort H1 und der Bemerkung „Niederschlagen von Staub“ von der Integrierten Regionalleitstelle Braunschweig/Peine/Wolfenbüttel alarmiert. Bei Abrissarbeiten auf dem Grundstück eines ehemaligen Betonpflastersteinwerkes in der Breiten Straße in Bettmar kam es zu einem massiven Austritt von Zementstaub. Die Mittel zum Niederschlagen von Stäuben der Abrissfirma reichten für die starke Staubentwicklung nicht aus.

Durch die Ortsfeuerwehr Bettmar wurde der Wasserwerfer des TLF 3000 zum Niederschlagen des Zementstaubes eingesetzt. Vom nächstgelegenen Unterflurhydranten wurde eine Wasserversorgung mit einer B-Leitung aufgebaut – diese erwies sich aber als nicht leistungsfähig. Daher wurde zum Aufbau einer leistungsfähigeren Wasserversorgung über einen Überflurhydranten um 15:00 Uhr das Stichwort auf H2 erhöht und der Löschverbund West alarmiert. Aufgrund der Tageszeit stand in den Ortsfeuerwehren des Löschverbundes West nicht genügend Personal zur Verfügung. Daher wurden um 15:14 Uhr der Feuerwehrschwerpunkt Vechelde-Wahle nachgefordert.



Nach Absprache über Funk mit der Ortsfeuerwehr Bettmar rückten die Einsatzkräfte des Feuerwehrschwerpunktes Vechelde-Wahle mit ELW 1, HLF 20/16, DLK 23/12 und TLF 16/25 zur Einsatzstelle aus.

Die Besatzungen von HLF und DLK bauten mit den Einpersonen-Schlauchhaspeln der beiden Fahrzeuge und Rollschläuchen eine Wasserversorgung von einem ca. 200 Meter entfernten Überflurhydranten auf. Als Verstärkerpumpe wurde die Tragkraftspritze der Ortsfeuerwehr Sierße/Fürstenau eingesetzt. Der ELW 1 wurde als Befehlsstelle an der Einsatzstelle eingesetzt und stand somit als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung.

HLF, DLK und TLF gingen danach in der Nähe der Einsatzstelle in Bereitstellung.
An der Einsatzstelle waren ebenfalls Vertreter der Abrissfirma, der Gemeindeverwaltung, der unteren Wasserbehörde und der Presse anwesend.

Da durch die vorangegangen Abrissarbeiten für den Bereich der Zementsilos Einsturzgefahr bestand, wurde beschlossen die Zementsilos unter dem Einsatz des Werfers des TLF 3000 weiter abzureißen. Hierzu wurde der Abrissbagger in Stellung gebracht. Da der Wasserstrahl des Werfers jedoch immer die Sicht des Baumaschinenführers beeinträchtigte und der Wasserstrahl nur im Vollstrahl die Silos erreichte wurde die Drehleiter in Stellung gebracht.

Zwischenzeitlich wurde noch die Versorgungsgruppe der Ortsfeuerwehren Köchingen und Vechelade nachgefordert – diese stellte die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und Snacks sicher.

Nach dem die Drehleiter mit dem Wenderohr in Stellung gebracht war, wurde versucht mit dem Bagger ein Loch in das Zementsilo zu stoßen/schneiden. Dies gelang und es rieselte Zement aus dem Silo – es wurden noch ca. 100 Tonnen Zement im Silo vermutet. Der austretende Zement wurde direkt am Silo mittels Wasser aus dem Wenderohr gebunden.

Nach kurzer Zeit hörte der Zement auf aus dem Silo zu rieseln – der Bagger setzte erneut an. Das bestehende Loch wurde erweitert. Durch das vergrößerte Loch rieselte nun eine viel größere Menge Zement. Diese Menge konnten nicht mehr mittels Wenderohr gebunden werden – es bildete sich erneut eine große Zementstaubwolke. Schnell wurde zusätzlich vom TLF 16/25 ein B-Rohr zum Niederschlagen des Zementstaubes eingesetzt.

Da die Wasserversorgung für den zeitgleichen Einsatz von Werfer und Wenderohr nicht ausreichte, wurde der Löschverbund Süd vom Einsatzleiter alarmmäßig zum Aufbau einer weiteren Wasserversorgung angefordert. Zeitweise wurde die Ortsdurchfahrt Bettmar – die Bundesstraße 1 – aufgrund der Staubentwicklung voll gesperrt.

Beim Eintreffen des Löschverbundes Ost war das Silo schön größtenteils leer – trotzdem wurde eine weitere Wasserversorgung von einem nahegelegen Teich aufgebaut. Nach dem diese Wasserversorgung stand wurde der Abriss fortgesetzt.

Kurz vor 18:00 Uhr war der Abriss der Zementsilos beendet.

Die Schlauchleitungen konnten zurückgebaut werden. Insgesamt wurden ca. 500.000 Liter Wasser – also 0,5 Millionen Liter auf das Objekt abgegeben.
Im Einsatz waren 61 Einsatzkräfte mit 17 Fahrzeugen.

Nach der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft war der Einsatz um 19:43 Uhr beendet.

Text: Martin Hanne / Fotos: Feuerwehr